Inhalt:"Gott gebe Dir, daß Du nie Deinen Willen tust" hatte ihr "Papa Trumm", der Geschichtslehrer, einst ins Poesiealbum geschrieben. Damals, 1933, hatte sie gerade ihr Abitur gemacht bei den "Ursulinen". Aus Elisa ist längst Fräulein Ruprecht und ein für die anderen Bewohner des "Herz-Jesu-Heims" recht sonderbares altes Mädchen geworden. Stimmen lassen sie nachts nicht zur Ruhe kommen: nicht nur die von "Papa Trumm" oder "Monsignore Verbeek" und den anderen mit Fahrtenmessern und Hakenkreuzbinden, die - längst verstorben - sich hinter den Lidern in ihrem Kopf versammeln. Da ist auch jene Stimme, die sie bedrängt, Rechenschaft abzulegen, "die eigene Wunde aufzuschneiden, mit dem Messer des Hasses." Denn eine Wunde blieb zurück, die ein Orden an ihrem Taftkleid in der Nähe des Herzens so lange bedeckt hatte. "Pro Ecclesia et Pontifice", für Treue und Standhaftigkeit, vom Monsignore persönlich zu ihrem 25jährigen Dienstjubiläum verliehen. Doch wo der Orden gewesen war, blieb nur eine winzige Knospe aus zerschlissenen Zwirn zurück. Elisa, die - firmiert mit dem Segen der Kirche - der Ehe entsagte und im pädagogischen Dienst so lange den "Gnadenauftrag für mutige Herzen" erfüllte, sucht am Ende ihres Lebens nach einer Antwort. Denn immer stärker wird ihre Ahnung, daß ihr Leben vergebens, leer und jungfräulich geblieben ist.
Regie:Norbert Schaeffer
Regieassistenz:Regina Brands
Technische Realisierung:Christian Kühnke und Christina Ocker
Produktion:Norddeutscher Rundfunk 1997
Erstausstrahlung:08.04.1998
Dauer:65 Minuten und 45 Sekunden
Mitwirkende:
Sprecher:Rolle/Funktion:
Gudrun GenestFrau