Klappentexte:

Prof. Dr. Alois Winklhofer zu dem Buch:

Mit diesen Erzählungen tritt ein Autor an die Öffentlichkeit, der mit diesem seinem ersten Werk bereits als ein Eigener dasteht; nicht nur, dass er gut zu erzählen weiß, er hat auch seinen eigenen Stil entwickelt und hat "sein" Thema gefunden, das er in diesen 15 Erzählungen umkreist:

Buch-Umschlagfoto: Beinahe das Himmelreich

Buchumschlag Vorderseite

die lautlose dramatische Sensation, die in den Dingen des einfachen, alltäglichen Lebens liegt. „Zwei Stunden Aufenthalt“ in der Stadt, in der man als Kind gelebt hat, „Die Sache mit Dad“, das Zerbrechen einer Liebe, das lautlos wie das Auslöschen einer Kerze vor sich geht, das Leben des Fleischermeisters „Schönmaker“ sie treiben ihren Höhepunkt, ihrer tragischen Peripetie und einer stillen Katastrophe zu, sind von einer Spannung, einer inneren Dynamik geladen, die unaufhaltsam voran und zum Ende drängt. Die Umrisse eines solchen Geschehens sind vordergründig kaum sichtbar; sie heben sich nur ab für ein Auge, das tiefer zu blicken vermag.

Für dieses Thema hat Weißenborn seine Ausdrucksmittel gefunden: seine Sprache packt hart zu, seine Erzählungen laufen ab wie nach einem Präzisionswerk; eins greift ins andere, es findet sich kein unnützes Wort, keine wuchernde Ranke des Geschehens.

So entsteht eine sehr dichte Prosa, die das, was sie erzählt, wie mit einem Brennglas sammelt, so dass das Erregende, die Sensation, die Dramatik im scheinbar Kleinen, scheinbar gänzlich Undramatischen und Sensationslosen sichtbar wird.

Das sind keine Idyllen; da hat keine Romantik Platz. Es ist das Leben, es sind kleine Stücke Lebens, die uns da vorgeführt er den und die kein happy end dulden. Es mag über diesen Erzählungen etwas wie ein Hauch von Kühle, wie leiser Schatten liegen, aber sie erzwingen einfach und schlicht unsere Teilnahme und ergreifen unser Herz. Trotz all ihrem Realismus verlaufen sie alle miteinander hart an der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit; ihr größter Teil spielt sich im Innenraum der Seele ab, wie gerade die Titelerzählung besonders eindrucksvoll zeigt.

Das Provinzielle ist in diesen Erzählungen überwunden; immer wieder durchzieht sie der Atem der größeren Welt, wie sich auch die Probleme, die in ihnen gestaltet werden, immer wieder als die großen Probleme des menschlichen Herzens erweisen (um nur auf die in Paris spielende Erzählung „Gaben für einen Altar hinzuweisen).

Das eine Thema, das Weißenborn gestaltet, erscheint in vielen Variationen. Dass hinter diesen literarisch hochstehenden Erzählungen sehr diskret ein sittlich-geistiges Ordnungsgefüge steht, macht sie besonders wertvoll, so dass man sie voll Freude aus der Hand legt, voll Freude darüber, dass sich wieder ein Dichter und Schriftsteller zu Wort gemeldet hat, den zu lesen es sich lohnt.

Inhalt:

  • Zwei Stunden Aufenthalt
  • Im Abraum
  • Auf der Betonbrücke
  • Etwas in der Welt
  • Beinahe das Himmelreich
  • Der Hund
  • Gaben für einen Altar
  • Die Probe
  • Es ist alles aus
  • Die Sache mit Dad
  • Der Termin
  • Das rote Fohlen
  • Schönmaker
  • Die Stimme des Herrn Gasenzer
  • Die Stromschnellen

Gebundene Ausgabe:190 Seiten
Verlag:Verlag Ludwig Auer
Auflage:1. Auflage (1963)
Sprache:Deutsch
ISBN-10:
ISBN-13: